Was passiert bei einer großen Inspektion? Checkliste & Kosten

Eine große Inspektion gehört zu den wichtigsten Wartungsarbeiten am Auto. Sie stellt sicher, dass dein Fahrzeug zuverlässig, sicher und effizient läuft – und bewahrt gleichzeitig Garantieansprüche sowie den Wiederverkaufswert. Während eine kleine Inspektion vor allem grundlegende Checks umfasst, geht die große Inspektion deutlich weiter. Viele Bauteile werden geprüft, gewartet oder ersetzt, und das Fahrzeug erhält einen umfassenden Gesundheitscheck. Doch was genau passiert dabei? Welche Arbeiten stehen auf der Checkliste, und welche Kosten solltest du einplanen? Hier erfährst du alles, was du wissen musst.

Warum die große Inspektion so wichtig ist

Die große Inspektion dient nicht nur dazu, Verschleiß rechtzeitig zu erkennen, sondern auch, schwerwiegende Schäden zu verhindern. Moderne Fahrzeuge bestehen aus komplexer Technik, die regelmäßig kontrolliert werden muss – von Elektronik über Sicherheitssysteme bis zu Motor und Fahrwerk. Der Hersteller schreibt feste Intervalle vor, meist alle 20.000 bis 30.000 Kilometer oder alle zwei Jahre. Wer diese Intervalle einhält, fährt sicherer, spart langfristig Geld und erhält den vollen Herstellerschutz.

Gerade bei älteren Fahrzeugen verhindert die Inspektion teure Folgereparaturen. Kleine Probleme wie poröse Dichtungen, schwache Batterien oder verschlissene Bremsbeläge können so rechtzeitig erkannt und günstig repariert werden, bevor sie großen Schaden anrichten. Das schützt deinen Geldbeutel – und sorgt dafür, dass dein Auto zuverlässig bleibt.

Was bei einer großen Inspektion gemacht wird

Je nach Hersteller und Modell unterscheiden sich die genauen Arbeitsschritte. Dennoch gibt es eine Reihe von Punkten, die fast immer Bestandteil der großen Inspektion sind. Diese Checkliste umfasst Mechanik, Elektronik, Flüssigkeiten, Sicherheitsbauteile und Verschleißteile.

1. Motor- und Flüssigkeitschecks

Der Motor ist das Herz des Fahrzeugs – entsprechend intensiv wird er geprüft. Dazu gehören:

  • Ölwechsel inklusive Ölfilter
  • Kontrolle von Kühlmittelstand und Frostschutz
  • Prüfen der Bremsflüssigkeit (inkl. Messung des Wasseranteils)
  • Kontrolle der Servolenkungsflüssigkeit
  • Prüfung von Getriebeöl (je nach Modell)

Bei Bedarf werden Flüssigkeiten ergänzt oder ausgetauscht. Der Ölwechsel ist Pflicht – ohne ihn wäre die Inspektion nicht vollständig.

2. Filterwechsel

Filter sorgen für sauberes Öl, saubere Luft und sauberen Innenraum. Bei der großen Inspektion werden in der Regel gewechselt:

  • Ölfilter
  • Luftfilter
  • Kraftstofffilter (bei Dieseln besonders wichtig)
  • Innenraum- bzw. Pollenfilter

Saubere Filter verbessern Leistung, Verbrauch und Luftqualität im Innenraum.

3. Bremsencheck

Bremsen sind sicherheitsrelevante Bauteile und werden daher besonders gründlich geprüft. Die Werkstatt kontrolliert:

  • Bremsbeläge und Bremsscheiben (Verschleißmaß)
  • Bremsschläuche
  • Bremsleitungen auf Korrosion
  • Betriebsbremskraft und Handbremse

Je nach Zustand kann ein Austausch notwendig sein, der separat berechnet wird.

4. Reifen und Fahrwerk

Das Fahrwerk beeinflusst direkt Komfort und Sicherheit. Die Werkstatt überprüft:

  • Reifenprofil und Zustand
  • Luftdruck
  • Stoßdämpfer und Federung
  • Achsmanschetten
  • Lenk- und Spurstangen

Unregelmäßiges Reifenbild kann auf Fahrwerksprobleme hinweisen – ein häufiger Fund bei der Inspektion.

5. Elektronik, Beleuchtung und Sensoren

Moderne Fahrzeuge enthalten eine Vielzahl an elektronischen Systemen. Dazu gehören:

  • OBD2-Auslesung aller Steuergeräte
  • Check von ABS, ESP und Airbagsystem
  • Funktion aller Außen- und Innenleuchten
  • Prüfung der Batterieladung und -kapazität
  • Kontrolle von Parksensoren, Kameras und Assistenzsystemen

Fehlercodes werden ausgelesen und bewertet. Manche Systeme benötigen eine Neukalibrierung.

6. Karosserie und Auspuffanlage

Rost und Schäden werden an folgenden Bereichen kontrolliert:

  • Unterboden
  • Schweller
  • Auspuffanlage
  • Katalysator oder Partikelfilter
  • Tankleitungen

Dies ist besonders bei älteren Autos wichtig, da Korrosion teuer werden kann.

7. Zusätzliche Prüfungen

Je nach Fahrzeug können weitere Schritte folgen:

  • Prüfung der Klimaanlage
  • Wechsel der Zündkerzen (meist alle 60.000–90.000 km)
  • Riemenprüfung (Keilriemen, Zahnriemen)
  • AdBlue-Füllstand bei Diesel-Fahrzeugen

Alle Ergebnisse werden dokumentiert – entweder im Serviceheft oder digital.

Wie lange dauert eine große Inspektion?

Im Durchschnitt dauert eine große Inspektion zwischen zwei und vier Stunden. Bei älteren Fahrzeugen, Fahrzeugen mit vielen Zusatzsystemen oder bei notwendigen Zusatzreparaturen kann der Zeitaufwand steigen. Fahrzeuge mit umfangreicher Elektronik oder Assistenzsystemen benötigen oft zusätzliche Diagnoseschritte.

Kosten: Damit solltest du rechnen

Die Kosten für eine große Inspektion variieren je nach Fahrzeugmodell, Motorisierung, Teilepreisen und Werkstattart. Grundsätzlich kannst du mit folgenden Richtwerten rechnen:

  • Freie Werkstatt: 250–450 Euro
  • Vertragswerkstatt: 400–800 Euro

Je nach Fahrzeug kann es deutlich mehr werden – besonders bei Premiumfahrzeugen oder Modellen mit teuren Spezialteilen. Zusätzliche Reparaturen wie Bremsen, Filter oder Zündkerzen erhöhen den Betrag. Auch Diagnosen moderner Assistenzsysteme oder Batteriemanagementsysteme bei E-Autos können Zusatzkosten verursachen.

Warum die Kosten gerechtfertigt sind

Ein häufiger Irrglaube: Eine Inspektion sei „nur ein Ölwechsel“ – doch in Wahrheit steckt viel mehr dahinter. Moderne Fahrzeuge erfordern eine Vielzahl an Prüfungen, Dokumentationen und teilweise Softwarearbeiten. Werkstätten müssen in teure Diagnosegeräte, Schulungen und Datenbanken investieren. Gleichzeitig übernimmt die Werkstatt Verantwortung: Fehler bei sicherheitsrelevanten Bauteilen können lebensgefährlich sein. Qualität und Fachwissen haben deshalb ihren Preis – und sind die Basis für ein zuverlässiges Fahrzeug.

Wie du bei der Inspektion Geld sparen kannst

Mit ein paar einfachen Tipps kannst du clever sparen:

  • Preise vergleichen: Besonders bei Standardservices gibt es große Unterschiede.
  • Kostenvoranschlag einholen: Immer schriftlich – für volle Transparenz.
  • Erstausrüsterteile wählen: Gleiche Qualität wie Original, aber günstiger.
  • werkstaetten.net nutzen: Mit der Werkstattsuche findest du passende Betriebe in deiner Nähe und kannst Leistungen vergleichen.
  • Termine außerhalb der Hochsaison wählen: Bei geringer Auslastung sind Werkstätten oft günstiger und schneller.

Mit der richtigen Vorbereitung zahlst du nur für das, was wirklich notwendig ist.

Fazit: Die große Inspektion sichert die Zukunft deines Autos

Eine große Inspektion ist viel mehr als Routine – sie schützt dich vor teuren Reparaturen, erhöht die Sicherheit und erhält den Fahrzeugwert. Wer die Intervalle einhält und eine gute Werkstatt wählt, investiert langfristig in Zuverlässigkeit und Werterhalt. Gleichzeitig gibt dir der detaillierte Prüfbericht Sicherheit, dass dein Auto technisch top in Schuss ist. Mit dem Wissen aus dieser Checkliste kannst du den nächsten Inspektionstermin entspannt und gut vorbereitet angehen.

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